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Wissensgesellschaft als Herausforderung für ländlich- periphere Regionen: Beispiele aus Nordostdeutschland

Axel Stein, Timm Sebastian Wiegand, Peter Dehne, Martina Hülz, Manfred Kühn, Hans Joachim Kujath, Uwe Rühl, Enrico Stahlkopf
Wissensgesellschaft als Herausforderung für ländlich- periphere Regionen: Beispiele aus Nordostdeutschland
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ISBN 978-3-88838-082-2
ISSN 2196-0453
Sprache Deutsch
Band-Nr. Forschungsberichte der ARL 6
Seiten 154
Ausgabe 2016

Wissensgesellschaft als Herausforderung für ländlich-periphere Regionen: Beispiele aus Nordostdeutschland

Die Heuristik einer dreidimensionalen Wissensgesellschaft wird in diesem Band aufgegriffen und weiterentwickelt. Die soziale, die ökonomische und die technische Dimension der Wissensgesellschaft werden im theoretischen Teil ausdifferenziert und anhand charakteristischer Ausprägungen strukturiert, z. B. individuelle Kompetenzen, kollektive Lernprozesse, Wirtschaftsfaktor Wissen, Zentralität, Mobilität oder Einbindung in globale Institutionensysteme. Diese strukturierenden Elemente bilden die Grundlage für die Auswahl von vertiefenden Studien im ländlichen, peripher gelegenen Raum Nordostdeutschlands im Hinblick auf Wachstumskerne in Brandenburg, Gesundheitsinfrastruktur, Mobilitätsangebote und Anschluss an Kommunikationstechnologien sowie Aus- und Weiterbildung, Bildungsnetzwerke und Bildungslandschaften. Beim Vergleich von Theorie und Praxis, von heuristischem Modell und Fallstudien, ist die Auswahl der Beispiele nicht repräsentativ und deckt nicht die ganze Vielfalt und Vielschichtigkeit der Wissensgesellschaft in ländlich- peripheren Räumen ab. Erste Konturen, wie die Wissensgesellschaft in diesen Räumen zum Ausdruck kommt, welche strategischen Herausforderungen dies mit sich bringt und welchen Anteil die räumliche Planung an den anstehenden strategischen Ansätzen haben kann, zeigen sich dennoch.

Der Fachkräftemangel scheint eine zentrale Ausprägung und Herausforderung der Wissensgesellschaft in der ländlichen Peripherie zu sein. Die scharfe, theoretisch begründete Trennung der Dimensionen ist in der Praxis nicht in dieser Form aufrechtzuerhalten: So sind die für die ökonomische Dimension charakteristischen Innovationen nicht ohne soziale Lernprozesse und brückenschlagende Institutionensysteme, die hier der technischen Dimension zugerechnet werden, denkbar. Letztere wiederum funktionieren nur dann tatsächlich, wenn Menschen und Wissen mobilisiert werden und damit Wissensnetzwerke entstehen.

Die peripher gelegenen ländlichen Räume sind genauso wie die Metropolräume Teil der Wissensgesellschaft. Damit sind beide Raumtypen gleichermaßen Wettbewerbs- und Selektionsprozessen ausgesetzt. Aus dieser Konstellation ergeben sich für ländlich-periphere Regionen Kernherausforderungen, die sich in zwei sich ergänzenden strategischen Ansätzen manifestieren: eine mitnehmende Basisstrategie und eine flankierende Profilierungsstrategie.

Der Beitrag der räumlichen Planung zur Steuerung der wissensgesellschaftlich relevanten Veränderungsprozesse beschränkt sich weitgehend auf folgende Funktionen: Sensibilisierung für räumliche Zusammenhänge, Organisation räumlichen Wandels und Umsetzungsbegleitung sowie damit verbunden Interessenausgleich der vielen unterschiedlichen Akteure einer Region.

 

The knowledge society as a challenge for rural peripheral regions

The heuristics of a three-dimensional knowledge society has been addressed and further developed in this volume. The social, economic and technical dimensions are differentiated and structured in accordance to characteristic manifestations such as individual competences, collective learning processes, knowledge as an economic factor, centrality, mobility, or integration in global institutional systems. These structuring elements provide the basis for the choice of in-depth studies in the rural, peripherally located area of northeast Germany with regard to regional growth cores in Brandenburg, health infrastructure, mobility offerings, access to communication technologies, and educational networks and educational landscapes. Regarding the comparison of theory and practice, of the heuristic model and the case studies, the choice of examples is not representative and does not cover the entire diversity and complexity of the knowledge society in rural peripheral areas. However, the case studies do provide an initial picture of how the knowledge society finds expression in these areas, the strategic challenges it brings with it, and the role that spatial planning can play in necessary strategic approaches.

The shortage of skilled workers seems to be a central feature of and a challenge for the knowledge society in the rural periphery. The sharp, theoretically founded differentiation made between the dimensions cannot be sustained in this form in practice. Thus the innovations characteristic for the economic dimension are not feasible without social learning processes and bridging institutional systems, which are here regarded as part of the technical dimension. Furthermore, these processes and systems will only actually function when people and knowledge are mobilised and knowledge networks develop.

The peripherally located rural areas are just as much part of the knowledge society as the metropolitan areas. Both types of area are thus similarly subject to processes of competition and selection. This constellation gives rise to key challenges for rural peripheral regions that manifest themselves in two complementary strategic approaches: a participatory basic strategy and a flanking strategy focused on profiling.

The contribution of spatial planning to the processes of change related to the knowledge society is thus mainly restricted on raising awareness of spatial interrelations, organising spatial transformation and guiding implementation while ensuring the interests of the many different regional actors.

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